Home Presse Aktuelles Dauerhafte eBay-Verkäufe unterliegen der Umsatzsteuer

Dauerhafte eBay-Verkäufe unterliegen der Umsatzsteuer

Aktuelles



Durch den Verkauf unterschiedlichster Artikel erwirtschaftete ein Ehepaar im Jahr 2005 fast 35.000 Euro mit 287 Privatverkäufen. Weder bei der Einkommenssteuer der betroffenen Jahre wurde das lukrative Geschäft von dem Ehepaar angegeben noch fand eine entrichtende Umsatzsteuer ans Finanzamt statt. Eine Gewährleistung den Käufern gegenüber wurde ebenso umgangen.

Im Jahr 2007 wurde die Steuerfahndung auf das Geschehen aufmerksam und schickte dem Ehepaar Umsatzsteuerbescheide zu. Das Ehepaar legte Widerspruch ein und gab an, dass es sich bei den Versteigerungen um einen Teil ihres Privathaushaltes wie gebrauchte Haushaltsgegenstände und Sammlungen von Spielzeugen handele. Darüber hinaus verwiesen sie auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes, der eine Veräußerung einer wertvollen Briefmarkensammlung als nicht unternehmerisches Handeln im Sinne des Umsatzsteuergesetzes eingestuft hatte.

Das zuständige Finanzamt ließ die Argumentation des Ehepaares jedoch nicht zu und teilte mit, dass eine private Sammlertätigkeit zu einem späteren Zeitpunkt durchaus zu einer unternehmerischen Tätigkeit werden kann. Das Finanzamt stellte fest, dass aufgrund der in den Jahren 2002-2005 getätigten 1.200 Verkäufe keine private Veräußerungstätigkeit mehr vorhanden gewesen sei.

Im Jahr 2008 verklagte das Ehepaar das zuständige Finanzamt und legte erneut dar, dass es ihnen immer darum gegangen sei, ihrer eigene Sammlerleidenschaft nachzugehen. An einen späteren Verkauf der Sammlungen sei nicht gedacht worden. Die erteilten Umsatzsteuerbescheide beantragen sie aufzuheben.

Die Klage wurde jedoch vom Finanzgericht Baden-Württemberg abgewiesen, da sich die Kläger in den Streitjahren gemeinsam nach diesen gesetzlichen Maßstäben als Unternehmen bestätigt und die in Rede stehenden Umsätze gemeinschaftlich im Rahmen ihres Unternehmens ausgeführt haben, wie der zuständige Senat feststellte.

Das Gericht verwies in seiner Begründung auf die Art und Weise der gemeinschaftlichen Organisation und die Durchführung der Versteigerung. Insbesondere die hohe Anzahl der Verkäufe, die Dauer der Verkaufstätigkeit, die veräußerten Gegenstände sowie die Planmäßigkeit des Handels, die Wiederholung, die Erlöshöhe, die Verwendung und das Unterhalten eines Laden- oder Geschäftslokals, die Werbung und Beteiligung am Markt, das Auftreten nach außen und die Verwertung anderweitig erworbener Kenntnisse und Kontakte und die Ausbildung des Steuerpflichtigen flossen als Maßstab in das Urteil mit ein. Das zuständige Finanzamt sei aufgrund der erzielten Umsätze des Paares zu Recht als umsatzsteuerpflichtig eingestuft worden.

Verfasst von: Marc Hartung-Knöfler
Quelle: golem.de

Der plateo Blog -
Alle Neuigkeiten rund um das Unternehmen –
hier geht's zum Blog

Besuchen Sie plateo jetzt auf Facebook und klicken Sie „Gefällt mir“

Share

plateo – auch auf Europas größten Businessnetzwerk. Hier geht’s zu unserem Linkedin-Profil.

Alle Infos zu plateo auf Deutschlands Business-plattform Nummer 1 – hier

© 2014 plateo - Eine Marke der Online Marketing Solutions AGPresseSitemapAGBImpressumDatenschutz